Blut spenden, Leben retten!

Täglich werden in Deutschland etwa 14.000 Blutspenden benötigt. Zur Behandlung vieler Erkrankungen und zur Herstellung zahlreicher Medikamente werden gezielt bestimmte Bestandteile des Blutes eingesetzt. Zum Beispiel: Das Eiweiß Albumin aus dem Blutplasma hilft Menschen mit schweren Verbrennungen oder Verletzungen. Konzentrate aus roten Blutkörperchen (Erythrozyten) helfen, hohe Blutverluste auszugleichen.

Voraussetzungen für eine Blut- oder Plasmaspende

Kurz gefasst: Sie sind gesund, fühlen sich fit, sind älter als 18 Jahre und wiegen mehr als 50 Kilogramm? Sehr gut, damit sind die ersten Voraussetzungen für eine Blut- und Plasmaspende erfüllt! Blut oder Plasma spenden darf, wer gesund und fit ist und kein erhöhtes Risiko für bestimmte Infektionskrankheiten hat. Wer sich angeschlagen oder krank fühlt, darfst du vorübergehend nicht spenden. Blut und Plasma spenden dürfen Sie ab dem 18. Geburtstag. Ab dann sind regelmäßige Spenden bis zum 68. Lebensjahr möglich. Das Höchstalter für die erste Spende beträgt 60 Jahre. Doch auch ältere Personen können im Einzelfall noch Blut spenden, sofern die Ärztinnen und Ärzte zustimmen. Um eine Blutspende abzugeben, muss das Körpergewicht  bei mindestens 50 Kilogramm liegen. Nur so kann der Körper den Blut- oder Plasmaverlust gut verkraftet.

Die Blutgruppe spielt keine Rolle

Die Blutgruppe spielt keine Rolle dabei, ob man zur Blut- oder Plasmaspende zugelassen wird. In Ausnahmefällen kann es vorkommen, dass es verstärkt Bedarf für bestimmte Blutgruppen gibt, die besonders dringend benötigt werden. Möchtest du Vollblut spenden, muss dein Blut einen bestimmten Hämoglobin-Wert (Hb-Wert) aufweisen. Denn Hämoglobin ist entscheidend dafür, dass der Körper einen Blutverlust gut ausgleichen kann. Ist der Hämoglobin-Wert zu niedrig, ist eine Blutspende nicht möglich. Bei einer Plasmaspende verbleiben die roten Blutkörperchen und damit das Hämoglobin in deinem Körper. Daher ist eine Plasmaspende in vielen Fällen auch dann noch möglich, wenn der Hb-Wert für eine Vollblutspende zu niedrig ist. Dein Hb-Wert wird vor der Spende gemessen.

Voraussetzungen für eine Plasmaspende

Wer Plasma spenden möchte, muss vorher schon mindestens einmal Blut gespendet und die Blutspende gut vertragen haben. Ist das nicht der Fall, kann es sein, dass du nach dem ärztlichen Check nicht sofort spenden darfst, sondern erst einen Termin ausmachen musst. So oft darfst du Blut und Plasma spenden. Damit dein Körper genügend Zeit hat, um den Blut- oder Plasmaverlust wieder auszugleichen, müssen bestimmte Spendeabstände eingehalten werden.Frauen dürfen innerhalb von 12 Monaten viermal, Männer sechsmal Vollblut spenden. Zwischen zwei Vollblutspenden sollen normalerweise 12 Wochen, mindestens aber acht Wochen liegen. Frauen und Männer dürfen maximal 60 Mal im Jahr Plasma spenden. Zwischen zwei Plasmaspenden müssen mindestens drei Tage liegen. Zwischen einer Plasma- und einer Vollblutspende müssen mindestens drei Tage liegen.

Warum Männer häufiger Blut spenden dürfen?

Unsere Blutzellen werden vom Körper innerhalb von zwei Wochen erneuert. Der Ausgleich des Eisenverlustes dauert allerdings rund zwei Monate, bei Frauen wegen der Menstruation etwas länger. Daher dürfen Männer häufiger Blut spenden.
Eine Plasmaspende ist schonender für den Körper als eine Blutspende, da die Blutzellen dabei nicht entnommen werden. Plasmaspenden sind daher häufiger möglich.

Von der Anmeldung bis zum Imbiss danach: So verläuft eine Blutspende
  1. Anmeldung im Blutspendedienst: Zuerst werden Ihre persönlichen Daten aufgenommen. Das müssen Sie mitbringen:
    Einen amtlichen Lichtbildausweis im Original, zum Beispiel einen Personalausweis, Ihren Blutspendeausweis, den Sie nach Ihrer ersten Blutspende erhalten.
  2. Spender-Fragebogen ausfüllen: Der Spender-Fragebogen klärt wichtige Fragen rund um Ihre Gesundheit. Um zu wissen, ob Sie Blut oder Plasma spenden können, ist es wichtig, dass Sie ihn sorgfältig ausfüllen. 
  3. Hämoglobin-Wert wird bestimmt: Mit einem kleinen Blutstropfen aus der Fingerkuppe oder dem Ohrläppchen wird Ihr Hämoglobin-Wert (Hb-Wert) bestimmt. Das ist wichtig, um eine mögliche Blutarmut (Anämie) auszuschließen und Sie mit einer Blutspende nicht selbst zu gefährden.
  4. Gesundheitscheck: Bei der ärztlichen Untersuchung werden dein Blutdruck, dein Puls und deine Körpertemperatur gemessen. Eine Ärztin oder ein Arzt besprechen mit Ihnen den ausgefüllten Spender-Fragebogen. Dann wissen Sie sicher, ob Sie Blut spenden dürfen.
  5. Blutabnahme: Innerhalb von etwa zehn Minuten werden Ihnen etwa 500 Milliliter Blut aus der Armbeuge entnommen. Natürlich wird bei jeder Spende steriles Einwegmaterial verwendet. Eine Krankheitsübertragung  ist daher ausgeschlossen.
    Plasma-Abnahme: Zunächst wird Ihnen Vollblut abgenommen, das über einen Schlauch in ein spezielles Gerät, das Plasmapherese-Gerät, gelangt. Dort werden feste und flüssige Blutbestandteile voneinander getrennt. Der flüssige Anteil ist das Plasma. Während das Plasma in einem speziellen Behälter gesammelt wird, gelangen die übrigen Blutbestandteile noch während der Spende zurück in den Körper.
  6. Vertraulicher Selbstausschluss: Sie entscheiden selbst, ob Ihr Blut oder Plasma für die Übertragung auf Patientinnen und Patienten freigegeben wird. Haben Sie Zweifel, können Sie beim vertraulichen Selbstausschluss anonym bestimmen, ob Ihr Blut oder Plasma weitergegeben wird. Ihre Spende wird auf jeden Fall im Labor untersucht.
  7. Imbiss und Ausruhen: Nach der Spende heißt es kurz ausruhen. Sie müssen mindestens 30 Minuten warten, bevor Sie den Blutspendedienst verlassen. Es ist wichtig, dass Sie noch etwas essen und viel trinken – natürlich alkoholfrei. Am besten gehen Sie den restlichen Tag ruhig an. Eine Blutspende wird in der Regel sehr gut verkraftet. Trotz größter Sorgfalt bestehen jedoch gewisse Risiken. Warten Sie 12 Stunden, bevor Sie eine Tätigkeit ausüben, bei der Sie durch einen Schwächeanfall sich oder andere gefährden könntest.
Weitere Informationen 

https://www.blutspenden.de/startseite/ (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA))
https://www.drk.de/ (Deutsches Rotes Kreuz)

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